Das Wochenbett – die ganze Wahrheit

Du hast die Geburt hinter dir, du und dein Baby sind wohlauf. Nun beginnt die spannende und aufregende Kennenlernphase. Das Wochenbett bzw. die Erholungsphase dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen. Es sollte doch eigentlich eine wunderschöne Zeit werden, doch keine einzige Mutter des ersten Kindes ist wirklich auf diese Änderung im Leben gefasst. Nach und nach werden die Schattenseiten des Elterndasein spürbar, die das Wochenbett mit sich bringt, über die aber kaum jemand spricht. 

Mutter und Baby

Stillen:

Kaum hast du entbunden und fasst die ersten klaren Gedanken, wird dir im Spital dein Baby schon an deine Brust angelegt damit es gleich mal saugen kann. In den nächsten Stunden wird dir eine Kinderschwester oder Hebamme erklären, dass du alle 2 Stunden anlegen musst damit das mit dem Stillen auch klappt. Und genau hier beginnt schon mal der erste Stress für eine frischgebackene Mama. Du hast in den ersten Tagen keine richtige Muttermilch sondern nur Kolostrum (Vormilch), der Milcheinschuss findet erst zwischen dem 3. und 5. Tag statt. In den ersten Tagen braucht dein Baby auch meistens nicht mehr als nur ein paar Schluck Milch, da der Magen nicht größer als eine Haselnuss ist. Jedoch manchen Kindern, sowie meinem, reicht diese kleine Menge an Milch nicht. Bei uns waren somit die ersten Tage der reinste Horror und wir waren schon am Rande der Verzweiflung. Unser Kind hatte einfach Hunger und aus der Brust kam für sie zu wenig raus. Dementsprechend hat sie nur noch geweint und wenn ich sie anlegen wollte ist es jedes mal eskaliert. Die Hebammen im Spital haben uns natürlich ein paar Tricks gezeigt wie zB mit einer Spritze etwas Milch zwischen Mund und Brustwarze während dem trinken zu spritzen. So sollte die Kleine denken das Milch aus der Brust kommt und mehr saugen. Diesen Fake hat sie jedoch schnell durchschaut. Wir haben uns nach 2 Tagen und 2 schlaflosen und schweißtreibenden Nächten dazu entschieden Milch abzupumpen und ihr mal ein Fläschchen zu geben. Auch nach dem Milcheinschuss war das Stillen noch der reine Horror weil sie immer noch, sobald ich sie anlegen wollte, wie am Spieß geschrien hat. Zuhause habe ich dann weiterhin fleißig abgepumpt und ihr Fläschchen gegeben, aber auch jedes mal noch an die Brust angelegt. Für mich war diese Zeit wirklich nicht schön und ich hatte jedes mal vor der nächsten Stilleinheit Panik. Ich bin gesessen, habe geheult und gesagt das ich einfach nicht mehr Stillen will. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben und mit abpumpen, anlegen und Flasche geben immer weiter gemacht. Erst als ich mich mit dem Gedanken abgefunden habe, eventuell ein Flaschenkind zu haben, wollte sie kein Fläschchen mehr und trinkt seit dem brav von der Brust (bei uns war es Tag 10). Auch wenn es schwer ist, ihr dürft nicht gleich aufgeben. Bei wirklich vielen funktioniert das Stillen nicht auf anhieb bzw. ohne Probleme, ihr seid also nicht alleine. Jede Mutter sollte für sich selbst entscheiden wie es am besten für sie und ihr Kind ist, und sich nicht von Hebammen oder anderen Müttern in eine Schiene drängen lassen. 

Wir haben uns übrigens eine Milchpumpe gleich direkt vom Spital ausborgen können. Da ich auch jetzt noch, wenn ich merke das meine Brust schon sehr hart wird, ab und an abpumpe. Bei den Flaschen haben wir die Anti Kolik Flaschen von Philips Avent** benutzt.

Mein Tipp für wunde Brustwarzen: Besorgt euch gleich in den ersten Tagen einen Brustwarzenlaser (bei uns hat es den im Spital gegeben). Ich habe meine Brustwarzen an Tag 3 und Tag 4 lasern lassen, und hatte kein einziges mal ein Problem mit offenen oder wunden Brustwarzen. Die Mam Brustwarzen Kompressen** und die Lanolin Brustwarzensalbe** waren am Anfang sehr hilfreich und hatte ich auch schon im Spital dabei. 

Stillkissen:
In der Schwangerschaft habe ich mir schon ein Stillkissen bzw. Seitenschläferkissen besorgt. Es gibt viele verschiedene und ich habe auch 3 testen müssen bis ich eines gefunden habe das auch wirklich fürs Stillen geeignet ist. Mein großes Stillkissen liegt immer noch bei uns im Bett, da ich es verwende um mich anzulehnen, aber das für mich perfekte Stillkissen ist von der Marke Niimo** und ist ein kleines Kissen das man direkt unter die Brust legen kann und das Baby drauf. Es ist auch eher hart, fühlt sich an wie Schaumstoff und nicht wie die meisten anderen mit so kleinen Kugeln die ständig ein Loch bilden wo das Baby versinkt. 

 

Wochenfluss:

Ich war der Meinung, dass ich diese Netzunterhosen bestimmt nicht tragen werde, sondern normale etwas größere Unterhosen werden es auch tun. Falsch gedacht. Und Oh Gott war ich froh diese Netzunterhosen zu haben! Niemand, wirklich niemand ist im Vorhinein bewusst, was die Tage nach der Geburt noch alles in deinem Höschen landet. Nein es ist nicht nur wie deine Periode, es können zusätzlich zum vielen Blut auch noch Blutschwämme oder sogenannte rießen Blutkoagel aus deiner Gebärmutter rausrutschen. Es tut zwar alles nicht weh, aber schön ist es trotzdem nicht. Besorg dir also für Zuhause Netzunterhosen** und auch dicke Binden**(Bitte keine normalen Always) denn du wirst sie brauchen! Es gibt auch spezielle Kühlende Binden**, die besonders in den ersten Tagen im Spital sehr hilfreich sind um die Schwellung zu lindern. Wochenfluss dauert übrigens 6-8 Wochen. Nur in den ersten zwei Wochen ist er sehr stark, danach ist es wie die normale Periode und am Schluss eher nur noch sehr wenig und gelblich. Hygiene ist in dieser Zeit das A und O. Ihr solltet mehrmals täglich die Binden wechseln und euch auch unten rum gründlich mit Wasser waschen. 

 

Nachwehen:

Man sagt normalerweise gibt es die nur ab dem zweiten Kind. Ich kann euch sagen, es kann auch beim ersten Kind passieren. Und bei mir waren diese Nachwehen auch fast so stark wie die Geburtswehen. Ohne Schmerzmittel hätte ich die ersten Tage nicht überstanden. Und jedes mal wenn ich gestillt habe, hat sich meine Gebärmutter noch mehr zusammengezogen und ich hatte heftige Schmerzen. Im Nachhinein gesehen war es sehr gut, da sich meine Gebärmutter sehr schnell wieder rückbilden konnte. 

 

Beckenboden:

Tage nach der Geburt machte er sich bemerkbar. Der Beckenboden. Bis dahin wusste ich eigentlich nicht genau welche Funktion er hat. Als ich aber bei jedem Toilettengang das Gefühlt hatte ich verliere gleich meine Blase inklusive Gebärmutter, war es mir klar. In den ersten Wochen ist Beckenbodentraining und Sport untersagt. Eine Übung darf man aber machen, und zwar immer wieder den Beckenboden bzw. das Steißbein so anziehen als würdet ihr Urin zurückhalten. Dies solltet ihr öfters am Tag machen um euren Beckenboden wieder etwas zu stärken. Generell solltet ihr im Wochenbett ruhe einhalten um so auch euren Beckenboden zu schützen, nicht schwer heben und viel Zeit im Bett verbringen. 

 

Schwitzen:

Wundert euch nicht, eine Folge hat die Hormonumstellung: Frisch entbundene Frauen schwitzen sehr stark. Auch wenn ihr vorher wenig geschwitzt habt, in dieser Phase werdet ihr auch Schwitzen und eventuell auch mal nicht besonders gut riechen. Sinnvoll ist es auch, die Wäsche öfter zu wechseln.Eure Klamotten werden in den nächsten Wochen auch nicht nur mit Schweiß bedeckt werden sondern auch mit einem See von Muttermilch und Babykotze. In den ersten Wochen ging ich bis zu 3 mal täglich duschen und umziehen. 

 

Besuch:

Beim zweiten Kind machen wir es anders! Wir haben zwar pro Tag nur einmal besuch „empfangen“, jedoch war es grade in den ersten 10 Tagen sehr anstrengend und nervenaufreibend. Bei uns kam eben das oben beschriebene Stilldrama dazu und wir wären am liebsten in dieser Zeit einfach alleine gewesen um unsere Tochter kennenzulernen und uns aneinander zu gewöhnen. Ist man unhöflich wenn man Nein sagt?  NEIN. Ich kann euch nur raten, nehmt euch diese Zeit für euch und vertröstet den Besuch 1-2 Wochen. Es wird euch niemand böse sein. 

 

Baby-Blues:

Schämt euch nicht. Schämt euch nicht wenn ihr nicht gleich die Muttergefühle habt die ihr euch erwartet habt, schämt euch nicht wenn ihr etwas überfordert seid und schämt euch nicht wenn ihr grundlos weinen müsst. All das ist normal. Bei mir kamen zB die Muttergefühle erst so richtig an Tag 10. Davor musste ich öfters heulen und dann noch mehr heulen weil ich dachte ich bin eine schlechte Mutter weil ich mein Kind eventuell nicht so lieben kann wie sie es verdient hätte. Alles völliger Blödsinn. Die Hormone spielen verrückt und nach einigen Tagen spielt sich alles ein. Solltest du jedoch längere Zeit mit dir selbst kämpfen oder Probleme haben dein Kind zu lieben, solltest du einen Arzt aufsuchen, da es auch eine Wochenbettdepression sein kann. Mehr dazu findet ihr in meinem Beitrag Baby Blues statt Elternglück.

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FAQ

Wie lange dauert das Wochenbett?

Das Wochenbett bzw. die Erholungsphase dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Der Wochenfluss dauert in der Regel zwischen drei und sechs Wochen. 

In den ersten Tagen direkt nach der Geburt ist der Wochenfluss sehr stark und blutrot. Es kann vorkommen, dass er schwallartig auftritt oder auch größere Blutklumpen ausgeschieden werden. 

Nach etwa einer Woche ist der Wochenfluss meist schon um einiges Schwächer und ähnlich der Periode. 

Nach einer weiteren Woche ist er meist schon schwach und eher gelblich. 

Etwa drei Wochen nach der Geburt ist der Wochenfluss weißlich und wässrig und tritt schwach auf.

Wie lange der Wochenfluss dauert ist von Frau zu Frau verschieden. In dieser Phase ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Hygiene ist in dieser Zeit das A und O.

Darf ich im Wochenbett Sport machen?

Sport sollte erst nach 6-8 Wochen wieder gemacht werden. Während des Wochenbettes kann man ruhig spazieren gehen oder sanfte Übungen bzw. Rückbildungsgymnastik machen. 

Wie lange dauert die Rückbildung?

Unmittelbar nach der Geburt beginnt das Wochenbett, das etwa sechs bis acht Wochen dauert. Wenn die Gebärmutter sich vollständig zurückgebildet hat, ist die Rückbildung abgeschlossen. In den ersten Tagen sind vor allem Ruhe und Erholung sehr wichtig.

Wie lange dauert es nach der Geburt bis der Bauch weg ist?

Es dauert ca. sechs bis acht Wochen. In der Zeit der Rückbildung zieht sich die Gebärmutter regelmäßig zusammen. Diese sogenannten Nachwehen können bereits direkt nach der Geburt einsetzen.

Wie lange hat man Nachwehen?

Am stärksten spüren Frauen Nachwehen zwei bis drei Tage nach der Geburt. Wie lange jede Frau Nachwehen spürt kann ganz individuell sein und hängt auch mit der Abheilung der Gebärmutter zusammen. Bei den einen sind Nachwehen nach einer Woche wieder vorbei, bei anderen kann es sogar bis zum Ende des Wochenbetts andauern.

Hilfe gegen wunde Brustwarzen?

Besorgt euch gleich in den ersten Tagen einen Brustwarzenlaser.  Die Mam Brustwarzen Kompressen** und die Lanolin Brustwarzensalbe** waren am Anfang auch sehr hilfreich.. 

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