Schlafregression – 10 Tipps zur Bewältigung

Während der ersten zwei Lebensjahre sind Schlafprobleme bei Kleinkindern absolut normal. Oft treten sie überraschend, ohne jede Vorwarnung auf. In diesen Fällen spricht man von der sogenannten Schlafregression. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff – und was hilft?

Was bedeutet Schafregression?

Als Schlafregression bezeichnen Fachleute eine Phase, in der dein Baby oder Kleinkind auf einmal ganz anders oder schlecht schläft.  Plötzlich ist es nachts wieder öfter wach, schlecht zu beruhigen oder verweigert den Mittagsschlaf.
In den ersten beiden Lebensjahren deines Kindes finden einige Schlafregressionen statt.

Typischerweise treten sie in der Nähe von 4, 8, 12, 18 und 24 Monaten auf und hängen oft mit den Meilensteinen wie z.B. Laufen oder kognitiven Entwicklungsschüben zusammen.

Dein Zwerg macht sozusagen ein richtig großes Update in dieser Zeit und das ist zwar anstrengend für euch, aber definitiv ein Grund zur Freude!

Was genau passiert während dieser Phasen?

Steckt eurer Kleines mitten in einer Schlafregression, ist das Gehirn eures Kindes vor allem in der Nacht so sehr mit der Verarbeitung neu erlernter Bewegungsabläufe und Fähigkeiten beschäftigt, dass dessen Schlaf oberflächiger und unruhiger wird. 

Dir wird auffallen, dass dein Baby die neu erworbenen Skills am nächsten Tag andauernd probieren und perfektionieren möchte. Zudem kommt es zu großen mentalen und physiologischen Veränderungen, die es zu verarbeiten gilt. Und da während der Wachzeiten dafür wenig bis keine Zeit bleibt, verlagert sich dieser Prozess oft in die Schlafphasen. Die Schlafprobleme deines Kindes sind  also erstmal kein Grund zur Sorge.

Eine Studie des finnischen Instituts für Gesundheit und der Universität von Turku aus dem Jahr 2020 ergab, dass Schlafprobleme bei Kleinkindern weit verbreitet sind und sich normalerweise bessern, sobald das Kind etwa zwei Jahre alt ist. Wenn du mehr über die Ergebnisse erfahren willst hier geht´s zur Studie.

10 Tipps wie du deinem Baby durch diese Phasen helfen kannst

  • Tipp #1 RUHE BEWAHREN

Euer Baby ist mit eurem Limbischen System verbunden, somit können eure Stimmungen und Gefühle die eures Kindes beeinflussen. Daher gilt: Ruhe bewahren, Nähe geben, durchhalten. 

  • Tipp 2# HILFSMITTEL

Viele Kinder mögen „Weißes Rauschen“ beim Einschlafen, dieses Geräusch hilft andere Geräusche auszufiltern. Andere brauchen ein Kuscheltier an ihrer Seite oder ein Stofftuch. Probiert euch durch, was bei euch am besten funktioniert.

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  • Tipp #3 TAGSCHLAF & WACHZEICHEN

Versucht tagsüber an den gewohnten Schlafzeiten so gut es geht festzuhalten.  Mit der Zeit werden die Schlafzeiten natürlich kürzer, aber es ist dennoch wichtig einen Rhythmus beizubehalten. 

Während der Wachzeiten kann beispielsweise ein Spielbogen eine tolle Möglichkeit sein, um deinen Zwerg auszupowern und zu fordern, ohne ihn dabei zu überfordern.

  • Tipp #4 ABDUNKELN

Das Kinderzimmer ist am besten gut abgedunkelt, denn eine dunkle Umgebung begünstigt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, welches das Einschlafen und Durschlafen fördert. 

  • Tipp #5 REGELMÄßigkeit

Die Crux an Entwicklungstabellen ist, dass sie einerseits Sicherheit vermitteln, aber bei Abweichungen auch die Ängste von uns Eltern verstärken. Dabei verliert man schnell den ganz individuellen Entwicklungsplan seines Kindes aus den Augen. Babys brauchen regelmäßig ihren Schlaf, ihr Gehirn verbraucht sehr viel Energie bei der Verarbeitung der neu gewonnenen Eindrücke und nicht zuletzt für die Aufrechterhaltung der körperlichen Lebensfunktionen.  

  • Tipp #6 HUNGER STILLEN

Wachsen macht hungrig – Vermutlich wird dein Kind während den Wachstumsschüben vermehrt Hunger haben. Vor allem Kinder, die gestillt werden, wollen ihren erhöhten Energiebedarf durch vermehrtes nächtliches Stillen decken. Durchhalten, schon bald pendelt sich alles wieder ein! 

  • Tipp #7 RITUALE

Sorge für ein liebevolles Ritual z.B. ein Buch gemeinsam ansehen oder ein Schlaflied singen, das vor jedem schlafen gehen wiederholt wird. Das gibt Sicherheit und Geborgenheit und dein Kleines kann sich absolut entspannen.

  • Tipp #8 UMGEBUNG

Sorge für eine gemütliche und sichere Umgebung. Ein fixer Schlafplatz ist wichtig, auch um Schlafroutinen etablieren zu können. Haustiere und Geschwisterkinder sollten nicht mit dem Baby im Bett schlafen.

  • Tipp #9 NÄHE

Schenke deinem Baby tagsüber viel Zuneigung. In diesen Phasen brauchen Babys mehr Nähe denn je. Wenn sie über den Tag verteilt ihren Bindungstank auffüllen können, sind die Nächte oft etwas leichter. 

  • Tipp #10 tragen

Eine gute Trage kann euer beider Leben in solch schwierigen Phasen ungemein erleichtern. Tagsüber hast du die Hände frei, um deinem gewohnten Tagesablauf nachzugehen und gleichzeitig genießt dein Baby die körperliche Nähe und Bewegung.

#Schwarmwissen 

Hast du vielleicht noch weitere Tipps, die du gerne mit anderen MaPa´s teilen möchtest? Schreibe sie uns doch unten als Kommentar und wir teilen sie gerne!

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